Neuropsychiatricum
Maxstraße 48
67059 Ludwigshafen
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Evozierte Potenziale

Die evozierten Potentiale sind Verfahren zur Messung von Leitung und Antwort auf verschiedene Reize in Nervenbahnen und Gehirn. Mit Hilfe der Ableitung und Aufzeichnung der evozierten Potentiale können Störungen erfasst werden, welche das Gehirn und die Nerven betreffen.
Zu diesem Zweck werden dem Patienten Elektroden am Kopf befestigt, welche die Hirnströme messen. Spezifische Reize (visuelle, akustische oder sensorische) sorgen nur für eine minimale Veränderung dieser Hirnstromaktivität in bestimmten Arealen des Gehirns. An der Form und dem zeitlichen Auftreten dieser Reizantworten lassen sich Leitungs- und Verarbeitungsstörungen erkennen.

Die evozierten Potentiale geben die Möglichkeit, verschiedene Sinnessysteme neurophysiologisch zu untersuchen.

Somato-sensibel evozierte Potentiale (SEP):
Nach elektrischer Reizung eines peripheren Nerven und Ableitung der Antworten auf der Kopfhaut können wichtige Informationen über die Funktion der sensiblen Bahnen des Nervensystems gewonnen werden.

Akustisch evozierte Potentiale (AEP):
Über einen Kopfhörer werden nach Bestimmung der Hörschwelle akustische Reize angeboten, deren Reizverarbeitung im Innenohr und im Bereich des Hirnstamms gemessen wird.

Visuell evozierte Potentiale (VEP):
Durch das Auftreten optischer Reize auf der Netzhaut der Augen werden elektrochemische Prozesse ausgelöst, die der neuronalen optischen Signalverarbeitung dienen. Die hierdurch im Hinterhauptslappen des Gehirns entstehenden Potentialschwankungen werden als visuell evozierte Potentiale am Hinterhaupt abgeleitet.
Die Auswertung erfolgt für beide Augen getrennt.

Indikation:
Die VEP dienen insbesondere der Erkennung und Beobachtung von Störungen des Sehnervs und der Sehbahn wie bei multipler Sklerose, Tumoren, Durchblutungsstörungen und Entzündungen.

Die AEP können bei Verdacht auf Kleinhirnbrückentumore, Hirnstammprozesse sowie zur Früherkennung und Unterscheidung von Hörstörungen eingesetzt werden.

Die SEP finden ihre speziellen Anwendungen in der Höhenlokalisation von Rückenmarkprozessen (Tumoren, Querschnittlähmungen) und in der Diagnostik der Chorea Huntington.

Es sind keine Risiken und Nebenwirkungen der evozierten Potentiale bekannt.

Die Auslösung somato-sensibel evozierter Potentiale (SEP) darf bei Patienten mit Herzschrittmacher nicht angewendet werden.