Neuropsychiatricum
Maxstraße 48
67059 Ludwigshafen
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Elektroneurographie (NLG)

Die Elektroneurographie ist eine Untersuchung der Nervenleitung. Sie wird an peripheren Nerven angewendet. Dabei lässt sich die Geschwindigkeit bestimmen, mit der ein Nerv elektrische Signale weiterleitet (Nervenleitgeschwindigkeit). Außerdem wird gemessen, wie gut eine elektrische Nervenreizung auf den entsprechenden Muskel übertragen wird (neuromuskuläre Überleitung).
Bei der Neurographie wird der zu untersuchende Nerv an mindestens 2 Stellen in seinem Verlauf elektrisch gereizt. Gemessen wird die Zeit, die von der Nervenreizung bis zur Reaktion (Kontraktion) des dazu gehörigen Muskels vergeht. Diese Zeit ist sehr kurz, nur wenige tausendstel Sekunden und muss elektronisch bestimmt werden. Die Muskelkontraktion wird mit Hilfe einer Oberflächenelektrode von einem Computer registriert.
Aus der Differenz der Leitungszeiten und der Strecke zwischen den beiden Reizungsorten wird die Geschwindigkeit der Nervenleitung errechnet. Die Differenzbildung ist wichtig, weil bei der alleinigen Messung zwischen einem Reizort und dem Muskel immer auch die Übertragung vom Nerv auf den Muskel mitgemessen wird.
Mit Hilfe der Neurographie kann man verschiedene periphere Nervenerkrankungen einordnen.
Die elektrischen Schläge bei der Neurographie empfinden die Patienten häufig als etwas unangenehm, aber erträglich. Ernsthafte Komplikationen sind nicht bekannt.

Indikation:

  • Ersterkrankung mehrerer Nerven (Polyneuropathie) zum Beispiel durch Alkohol, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen oder entzündliche Störungen.
  • Erkrankungen einzelner Nerven (Monopathien) z.B. durch Kompressionssyndrome (Carpaltunnel-Syndrom, Sulcus-ulnaris-Syndrom) oder nach Verletzungen.
  • Erkrankungen der Nervenwurzel (Radikulopathie) z.B. durch Bandscheibenvorfälle
  • Erkrankungen der Nervenvorderhornzellen z.B. amyotrophische Lateralsklerose
  • Erbliche Nervenerkrankungen.


Kontraindikationen:

  • z.B. Marcumar, andere erbliche oder erworbene Blutgerinnungsstörungen.
  • Bei HIV und Hepatitis sollte der Arzt informiert werden, da in diesem Fall Einwegnadeln benutzt werden.